Nachrichten
Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität von Peter Gøtzsche jetzt auf Deutsch
(23.11.2014) Deadly medicines and organized crime erschien vor einem Jahr im englischen Original. Diese Kriminalgeschichte der Pharmaindustrie wurde von Peter Gøtzsche protokolliert, der jahrelang selbst in der Pharmaindustrie arbeitete und später Internist, Professor for Clinical Research Design and Analysis und Leiter der Nordic Cochrane Collaboration in Kopenhagen wurde. Die Vorworte stammen von zwei kundigen Zeugen der Anklage: Richard Smith, langjähriger Herausgeber des British Medical Journal und Drummond Rennie, Co-Editor beim JAMA.
NeurologyFirst tritt Mezis bei
(14.11.2014) Mezis steht für „Mein Essen zahl ich selbst“( www.mezis.de ) und ist der deutsche Ableger der internationalen „No free lunch“-Bewegung. Das kostenlose Speisen ist dabei das Symbol für die ärztliche Beeinflussung durch die Industrie und die Abhängigkeiten die daraus entstehen. Mezis hat in Deutschland etwa 550 Mitglieder und gibt 4 x im Jahr die Mezis-Nachrichten heraus. Jährlich gibt es eine bundesweite Mitgliederversammlung, daneben etliche Regionaltreffen. Die aktiven Mitglieder sind durch eine lebhafte Mailingliste miteinander vernetzt. Auf Beschluss des Unterstützerkreises ist NeurologyFirst Anfang November Mezis beigetreten.
Zweifelhaftes Botox-Marketing
(07.11.2014) Unter dem Titel Botox gegen Migräne? erschien am 28.10.2014 ein Beitrag in der Süddeutschen Zeitung, der über die neueste Plakatkampagne zur chronischen Migräne von Pharm-Allergan in Berlin berichtet .1 Hier werden Patienten direkt angesprochen, das Heilmittelwerbeverbot geschickt umgangen und gleichzeitig auf die Hersteller-gesponserte Website www.chronischemigraene.de aufmerksam gemacht. Diese führt rasch zu Botulinumtoxin, welches als Reservemittel bei chronischer Migräne zugelassen ist, wenn andere Prophylaxemöglichkeiten nicht wirken oder nicht vertragen werden.
WHO nimmt die Forderung nach Offenlegung aller Studiendaten auf
(16.10.2014) Auch die WHO spricht sich inzwischen für eine Offenlegung aller Studien aus und fordert dazu auf, Ihren Entwurf einer entsprechenden Politik öffentlich zu kommentieren. Den Anstoß dazu gab die internationale AllTrials-Initiative (www.alltrials.net), die nun Ihre Unterstützer bittet, Stellung zu nehmen:
Fachausschuss für Transparenz und Unabhängigkeit in der Medizin gegründet – 2 Unterstützer von NeurologyFirst sind dabei
(07.10.2014) Die Bundesärztekammer hat vor kurzem einen Fachausschuss für Transparenz und Unabhängigkeit in der Medizin berufen, der bei der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft angesiedelt ist. Ziel des Ausschusses ist die Entwicklung einer Kultur der wissenschaftlichen Unabhängigkeit innerhalb der Ärzteschaft. Er erarbeitet Strategien zur Vermeidung und zum Umgang mit Interessenkonflikten und wirkt dabei mit den verschiedenen Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung zusammen.
Neurowoche 2014: Wind of change…
(29.09.2014) Den herbstlichen Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie umwehte ein zarter Frühlingswind. Die Themen „Ärztliche Unabhängigkeit“ und „Interessenkonflikte“ wurden vom DGN-Vorstand und von den Teilnehmern vielfach angesprochen und werden nach und nach zum Bestandteil unserer neurologischen Kultur.
Freihandelsabkommen bedroht Offenlegung klinischer Studien
(07.07.2014) Hinter den Kulissen der EU wird kräftig um die Datentransparenz bei klinischen Studien gerungen. Der angekündigte Rückzieher der EMA bei der Offenlegung von Studiendaten konnte zwar verhindert werden (siehe Nachricht vom 16.6.2014), doch nun werden die Beweggründe der europäischen Arzneimittelbehörde deutlich.
Petitionsausschuss des Bundestags fordert Strafen für Industriegeschenke an Ärzte
(04.07.2014) Am 2.7.2014 plädierte der von allen Parteien besetzte Petitionsausschuss des deutschen Bundestags einstimmig dafür, Ärzten die Annahme von Geschenken durch die Industrie zu versagen. Eine solche Regelung solle im Rahmen des anstehenden Antikorruptionsgesetzes umgesetzt werden. Die Petition wird an die beteiligten Ministerien und an die Fraktionen weitergeleitet.
Handlungsrichtlinien der DGN zum Umgang mit wirtschaftlichen Interessen: nur kleine Schritte in die richtige Richtung
(22.06.2014) Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat im Mai Handlungsempfehlungen zum Umgang mit wirtschaftlichen Interessen veröffentlicht . Als erste deutsche Fachgesellschaft hat sie ein umfassendes Dokument zu diesem Thema erarbeitet. Der erste Entwurf wurde zur Kommentierung auf die DGN-Website gestellt.
EMA im Wiegeschritt
(16.06.2014) Einen Schritt vor, dann einen zurück und wieder einen vor – so tänzelt die Europäische Arzneimittelagentur, wenn es um ihre neue Transparenzpolitik geht, die vor vier Jahren angekündigt und nun beschlossen wurde. Kurz vor der endgültigen Verabschiedung wurden Einzelheiten publik.
Neurologische Chefärzte tagen pharmafrei
(06.05.2014) Jedes Jahr im März treffen sich die neurologischen Chefärzte zur Arbeitstagung in Kassel. Bislang immer mit Unterstützung durch die Pharmaindustrie – in diesem Jahr erstmals ohne. Offenbar hat die finanzielle Selbstverantwortung niemanden abgeschreckt: wie in den Vorjahren reisten etwa 150 Ärztinnen und Ärzte an. Wahrscheinlich helfen solche kleineren Veranstaltungen, die Bereitschaft zur ärztlichen Unabhängigkeit zu testen. Eines Tages werden dann auch die großen Kongresse die Angst vor der Abnabelung überwinden.
Cochrane Review zu Oseltamivir: das milliardenschwere Versagen der Arzneimittelregulation
(11.04.2014) Etwa 20 Milliarden Euro setzte Roche mit dem Grippemittel Oseltamivir seit 2000 um, vor allem durch die Bevorratung in vielen Ländern anlässlich der Grippeepidemie 2009. Rausgeschmissenes Geld, wie sich nun zeigt. Jahrelang kämpfte die Cochrane-Autorengruppe um Tom Jefferson um die Freigabe aller klinischen Studienberichte zum Grippemittel Oseltamivir (“Tamiflu”), um zunehmenden Zweifeln an dessen Wirksamkeit nachzugehen. Erst die Schützenhilfe durch das öffentliche Fernsehen und das BMJ – einschließlich der vollständigen Dokumentation der Email-Korrespondenz mit Roche im BMJ – führte nach mehr als drei Jahren zur Herausgabe der Daten .1
