Nachrichten

BMJ und NEJM im Schlagabtausch: wie viel Unabhängigkeit muss sein?

(04.06.2015) Das New England Journal of Medicine (NEJM), historischer Vorreiter beim Thema Interessenkonflikte, legt den Rückwärtsgang ein. In einer Artikelserie beklagt es die Überregulierung von Interessenkonflikten. Das allgemeine Misstrauen gegen die Pharmaindustrie sei inzwischen so groß, dass eine Forschungszusammenarbeit mit der Industrie in schlechtem Licht erscheine und Industrie-nahe Forscher ausgebremst würden.1-3 In einer kämpferischen Entgegnung kritisieren nun die ehemaligen Herausgeber des NEJM diese Kehrtwende.4

weiterlesen …

Ärzteappell im Hessischen Rundfunk

(11.05.2015) Unser Appell für unabhängige Leitlinien wurde vom Fernsehen des HR bereits am 10.5.2015 aufgegriffen und in einem informativen 5-Minuten-Beitrag im Magazin „Defacto“ ausgestrahlt. Anzusehen in der Mediathek:

http://www.ardmediathek.de/goto/tv/28247678

Die Ideenschmiede für unabhängige Fortbildung

(08.05.2015) Dr. Christian Wilke, niedergelassener Neurologe in Potsdam, hat eine Kampagne auf den Weg gebracht:

Wer auf Industrie-gesponserte Fortbildung in der Klinik oder Praxis verzichten will, muss die Sache selbst in die Hand nehmen. Dazu braucht es organisatorisches Know-how und schlaue Ideen, um die Kosten im Griff zu behalten. Wann muss man mit der Planung beginnen? Brauchen alle Referenten ein Honorar und wie hoch sollte es sein? Sollen die Teilnehmer für die Fortbildung bezahlen und wie viel ist angemessen?  Wo findet man  preiswerte Räume? Wo besorgt man Essen und Getränke? Wir wollen auf dieser Website einen öffentlichen Gehirnsturm entfachen (altdeutsch: Brainstorming).

Die eingehenden Vorschläge werden wir am Ende in einem übersichtlichen Dokument ordnen, das Sie auf dem Weg zur Unabhängigkeit unterstützen soll.

Hier können Sie weiterlesen und Ihre Vorschläge eingeben

Deutsche Gesellschaft für Neurologie unterstützt All Trials-Appell

(25.04.2015) Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat sich der All Trials-Kampagne angeschlossen – als erste große medizinische Fachgesellschaft in Deutschland. Angeregt wurde der Beitritt vom aktiven Unterstützerkreises von NeurologyFirst, die positive Reaktion der DGN ließ keine drei Tage auf sich warten.

Den Appell zur Offenlegung aller Daten aus klinischen Studien wurde 2013 von internationalen Akteuren der Evidenzbewegung gestartet. Inzwischen haben ihn mehr als 80.000 Menschen und 550 Organisationen aus Medizin und Wissenschaft unterzeichnet (www.alltrials.net). Die Forderungen von Alltrials flossen in die europäische Gesetzgebung ein und wurden kürzlich von der WHO übernommen. Das Beispiel der DGN eignet sich durchaus zur Nachahmung für andere deutsche Fachgesellschaften.

WHO spricht sich für Publikation aller Ergebnisse klinischer Studien aus

(16.04.2015) Am 14.3.2015 hat sich die WHO ohne Einschränkung dafür ausgesprochen, alle Ergebnisse klinischer Studien zu publizieren, unter Einschluss früherer Studien, die bislang unveröffentlicht geblieben sind (http://www.who.int/ictrp/results/reporting/en/ ). Hintergrund ist die Erkenntnis, dass gerade negative Studienergebnisse oft unveröffentlicht bleiben. Damit antwortet die WHO auf die Forderung der All-Trials-Kampagne, die 2012 von Akteuren der internationalen Evidenzbewegung initiiert wurde. Diesen Appell haben inzwischen über 83.000 Einzelpersonen sowie 550 wissenschaftliche und medizinische Organisationen unterzeichnet, darunter auch sechs internationale Pharmakonzerne und NeurologyFirst. (www.alltrials.net )

Der aus 40 NeurologInnen bestehende aktive Unterstützerkreis von NeurologyFirst ermutigt die DGN, der Alltrials-Kampagne beizutreten. Das stärkste Zeichen wäre ein Votum der Mitgliederversammlung beim Kongress in Düsseldorf (nach einer vorausgehenden Information, beispielsweise über die Website). Ein Mitgliedervotum hätte gegenüber einem reinen Vorstandsbeschluss den Vorteil einer breiteren inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Verzerrungspotenzial durch selektive Publikation.

Interview mit Peter Gøtzsche

(06.02.2015) Peter Gøtzsche, Leiter der Nordic Cochrane Collaboration in Kopenhagen, pflegt keine diplomatische Zurückhaltung, wenn es um korruptive Praktiken der Pharmaindustrie und das Verhalten Industrie-höriger Ärzte geht. Die scharfen Analysen und Anklagen seines Buchs: „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“ bringt er in einem aktuellen Interview der Süddeutschen Zeitung auf den Punkt. Der Artikel ist mit Dokumenten verlinkt, die seine verstörenden Aussagen belegen.

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/kritik-an-arzneimittelherstellern-die-pharmaindustrie-ist-schlimmer-als-die-mafia-1.2267631

Koalition legt Gesetzentwurf zur Korruption im Gesundheitswesen vor

(31.01.2015) „Korruption im Gesundheitswesen beeinträchtigt den Wettbewerb, verteuert medizinische Leistungen und untergräbt das Vertrauen von Patienten in die Integrität heilberuflicher Entscheidungen. Wegen der erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung des Gesundheitswesens ist korruptiven Praktiken in diesem Bereich auch mit den Mitteln des Strafrechts entgegenzutreten. Dies ist nach gegenwärtiger Rechtslage nur unzureichend möglich.“ So lautet die Begründung für die aktuelle Gesetzesvorlage zur Korruption im Gesundheitswesen, mit dem eine Koalitionsvereinbarung umgesetzt werden soll.

weiterlesen …

Neue Denkschrift „Sharing clinical trial data“ des amerikanischen Institute of Medicine (IOM): Durchbruch für die Offenlegung von Studiendaten

(23.01.2015) Das US-amerikanische Institute of Medicine der National Academies of Science hat eine Denkschrift zur Transparenz von Studiendaten vorgelegt. 1 Die Denkschrift wurde von öffentlichen und privaten Geldgebern, darunter etlichen Pharmafirmen finanziert und erklärt die Offenlegung von Studiendaten zur zukünftigen Norm in der klinischen Forschung. Sie stellt zudem fest, dass problematische Aspekte der Transparenz wie der Umgang mit dem Datenschutz und die wirtschaftlichen Interessen der Firmen den Nutzen der Offenlegung nicht aufwiegen und zudem praktisch gelöst werden können.

weiterlesen …

NeurologyFirst im Deutschen Ärzteblatt vom 16.1.2015

(18.01.2015) Unabhängige Kongresse und Leitlinien sind die Kernanliegen von NeurologyFirst. Unter dem Titel Regulierung von Interessenkonflikten: Die Fachgesellschaften sind am Zug berichten unsere Gründungsmitglieder Thomas Lempert und Michael von Brevern über internationale Entwicklungen und werben für entschiedene Schritte auch in Deutschland. Hier der Link zum Artikel:

www.aerzteblatt.de/archiv/167315/Regulierung-von-Interessenkonflikten-Die-Fachgesellschaften-sind-am-Zug

Wie die Pharmaindustrie die Medizin manipuliert

(02.01.2015) Alles Gute zum Jahresauftakt 2015! Wir steuern Hintergrundinfos zur Einflussnahme der Pharmaindustrie auf das Gesundheitswesen bei. Der Link führt zu einem pointierten Review von Stamatakis, Weiler und Ioannidis über die gezielte Produktion von „Evidenz“, die zahlreichen Mechanismen der Beeinflussung und den angerichteten Schaden.

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/eci.12074/pdf

NeurologyFirst unterzeichnet den AllTrials-Aufruf zur Transparenz bei Studiendaten

(12.12.2014) Der aktive Unterstützerkreis von NeurologyFirst hat sich ohne Gegenstimme für den Beitritt zum AllTrials-Appell entschieden.1 Die Kampagne wurde vom Englischen Arzt und Journalisten Ben Goldacre (Autor des Bestsellers „Bad Pharma“), dem BMJ und mehreren britischen Wissenschaftsorganisationen initiiert und inzwischen von mehr als 81.000 Menschen und 530 wissenschaftlichen und medizinischen Organisationen unterschrieben. Inzwischen sind auch 7 internationale Pharmakonzerne der Kampagne beigetreten.

weiterlesen …

Dreist: Marketing-Studie mit Patientenakten

(28.11.2014) IMS Health ist ein internationales Marktforschungs- und Consultingunternehmen im „Gesundheitsmarkt“. Die eigene Leistungsfähigkeit stellt das Unternehmen so dar 1:

  • IMS verfolgt über 80 % des Arzneimittelumsatzes weltweit, das sind über 1,4 Millionen Produkte
  • Anonymisierte Informationen zu mehr als 260 Millionen Patienten weltweit bieten Einblick in Behandlungen
  • Über 99.000 Informationsquellen, 768.000 separate Datenquellen weltweit

Wie die Firma an ihre Daten herankommt, erfährt man durch ein aktuelles Anschreiben an deutsche Neurologen:

weiterlesen …

Frühere - Neuere