Nachrichten

Euros für Ärzte

(18.04.2016)  

Gibt ein Arzt Auskunft über die Behandlung eines Patienten, wird ihm der Aufwand mit 21,- € honoriert. Zumindest wenn ein Sozialgericht der Auftraggeber ist. Für einen ähnlichen Aufwand von 10 bis 20 Minuten zahlt ihm die Pharmaindustrie gleich mehrere hundert Euro. Voraussetzung ist die Teilnahme an einer „Anwendungsbeobachtung“. Was vom Arzneimittelgesetz als sinnvolle Forschung mit zugelassenen Arzneimitteln gedacht ist, wird in der Praxis als Marketinginstrument missbraucht.

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Gesponserte Ärzte verordnen häufiger teure Medikamente

(29.03.2016)  

Je mehr Geld Ärzte von der Pharmaindustrie erhalten, desto häufiger verschreiben sie teure Originalpräparate statt preiswerter Generika. Diesen Zusammenhang zeigt eine neue US-amerikanische Studie, die Verordnungsdaten von über 150.000 Ärzten im Jahr 2014 mit Informationen über Zuwendungen von der Industrie zusammenführt. Es wurden 5 Fachgruppen analysiert: Hausärzte, Allgemein-Internisten, Kardiologen, Psychiater und Ophthalmologen.

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Ärztebeeinflussung durch Anwendungsbeobachtungen – Antikorruptionsgesetz auf Eis

(14.03.2016) Der Rechercheverbund von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR macht auf die korruptiven Effekte von Anwendungsbeobachtungen aufmerksam. Mit Hilfe des Presserechts konnten die Journalisten Zugang zu den Behördendaten über Anwendungsbeobachtungen von 2009 bis 2014 erlangen.1 Jährlich zahlen Pharmafirmen (und damit die Versicherten) 100 Millionen Euro an Ärzte, damit diese Daten zum Einsatz bestimmter Medikamente liefern. Durchschnittlich werden pro Patient 660,- Euro gezahlt.

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Deutsche Gesellschaft für Neurologie sucht Koordinatoren für Leitlinien

(15.02.2016)  

Klinische Behandlungsleitlinien werden ehrenamtlich erstellt. Das erfordert einerseits einen erheblichen Zeitaufwand, andrerseits locken ein spannender Teamprozess und neue Erkenntnisse für alle Beteiligten. Die DGN hat nun die Koordination mehrerer Leitlinien auf ihrer Website ausgeschrieben, u.a. zu den Themen Insomnie, neuropathische Schmerzen und Narkolepsie.1 Im Ausschreibungstext weist die DGN auf den adäquaten Umgang mit Interessenkonflikten nach den Vorgaben der AWMF und den Handlungsrichtlinien der DGN hin. NeurologyFirst begrüßt diese Initiative und ruft seine Unterstützer zur Mitarbeit auf.

  1. http://www.dgn.org/leitlinien/3171-ausschreibung-koordinatoren-fuer-dgn-leitlinien

Buchtipp: „Berufsethos kontra Ökonomie“ von Johannes Jörg

(15.01.2016) Johannes Jörg, Urgestein unserer Initiative NeurologyFirst, war Chefarzt und Ordinarius für Neurologie und ist seit 2011 Vorsitzender des Ethikkomitees der Kliniken Wuppertal. Mit seinem aktuellen Buch „Berufsethos kontra Ökonomie“ warnt er vor den Gefährdungen der ärztlichen Professionalität durch die Ökonomisierung und Fehlanreize im Gesundheitswesen.

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ZIMS: Endlich eine MS-Zeitschrift ohne Pharmaglasur 

(22.12.2015)  

Gerade gestartet und zudem kostenlos: ZIMS, die MS-Zeitschrift der Trierer Aktionsgruppe Multiple Sklerose. Diese Selbsthilfegruppe verzichtet bewusst auf die Unterstützung durch die Arzneimittelindustrie und betreibt seit Jahren eine frequentierte Website ( http://tag-trier.de ). Und so unabhängig kommt auch ZIMS daher: als wohltuender Kontrast zu den pharmagesponserten Hochglanzbroschüren, auf die MS-Patienten unweigerlich stoßen, wenn Sie Krankenhäuser und Arztpraxen betreten.

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leitlinienwatch.de – das Transparenzportal für medizinische Behandlungsleitlinien geht ans Netz

(06.12.2015) Seit Mai dieses Jahres haben mehr als 1200 Ärztinnen und Ärzte sowie mehrere ärztliche Organisationen unseren Appell für unabhängige Leitlinien unterzeichnet. Nun geht unsere neue Website leitlinienwatch.de ans Netz, die ebenfalls von Mezis, Neurologyfirst und Transparency Deutschland auf den Weg gebracht wurde. Unser Ziel ist es, den Einfluss von Interessenkonflikten (IK) auf medizinische Behandlungsleitlinien zu reduzieren.

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Europarat fordert Regeln für Interaktionen der Pharmaindustrie mit dem Gesundheitswesen

(20.10.2015) Mit einer überwältigenden Mehrheit von 118 zu acht Stimmen (bei sieben Enthaltungen) befürwortete die Parlamentarische Versammlung des Europarats am 29.9. neue Verhaltensregeln für die Arzneimittelindustrie. Das Gremium setzt sich aus entsandten Parlamentariern seiner 47 Mitgliedsländer zusammen. Auch wenn die Entschließung keine bindende Kraft hat, spiegelt sie einen Konsens, der sich über die politischen Lager hinweg formiert. Die Resolution erkennt den Beitrag der Industrie zur Gesundheitsversorgung an und spricht gleichzeitig die vielen ungelösten Probleme an. Dazu gehört insbesondere die Sorge vor hochpreisigen patentgeschützten Arzneimitteln, die oft keine Verbesserung bringen und für viele Gesundheitssysteme nicht mehr finanzierbar sind.

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DGN stellt Konsultationsfassungen ihrer Leitlinien ins Netz

(18.09.2015)  

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat damit begonnen, Leitlinienentwürfe zur kollegialen Konsultation ins Netz zu stellen: http://www.dgn.org/leitlinien. Den Anfang machen die neuen Leitlinien zum Morbus Parkinson und zur Demenz, die bis zum 7. Oktober kommentiert werden können. NeurologyFirst begrüßt diesen Schritt, weil damit ein möglicher Einfluss von Interessenkonflikten reduziert werden kann. Darüber hinaus kann diese Beteiligungsform ein niederschwelliger Einstieg in die Leitlinienarbeit werden, denn qualitativ hochwertige Leitlinien kann es nur geben, wenn sich viele Ärztinnen und Ärzte einer Fachgesellschaft dafür engagieren.

Pharma-Investoren fordern Transparenz: Durchbruch für AllTrials?

(23.07.2015) Seit 2012 fordert die internationale AllTrials-Kampagne die Offenlegung aller Studiendaten, um das verbreitete Verschweigen ungünstiger Studienergebnisse zu beenden (www.alltrials.net ). Über 85.000 Menschen und mehr als 500 Organisationen haben den Aufruf unterstützt, darunter einige internationale Pharmafirmen, die Zugang zu allen Studiendaten versprochen haben. Die meisten Firmen blieben jedoch untätig bis ablehnend. Das könnte sich nun ändern, nachdem 85 internationale Großinvestoren an die Öffentlichkeit gegangen sind, um die AllTrials-Forderungen zu unterstützen. Dazu gehören Pensionsfonds und private Vermögensmanager, die zusammen einen Geldsee von 3500 Milliarden Euro verwalten.

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Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie positioniert sich klar

(18.07.2015) Schon 2010 erarbeitete die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie einen Code zum Umgang mit Interessenkonflikten bei Leitlinienautoren. Die Regelungen gehen über die aktuellen Anforderungen der AWMF hinaus und decken sich weitgehend mit den Forderungen unseres Appells an alle Fachgesellschaften. Hier die Stellungnahme der DGKJP zu unserem Appell:

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Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie findet klare Worte für unabhängige Leitlinien

(14.07.2015) „Die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie setzt sich für die Unabhängigkeit epidemiologischer Forschung und Praxis ein. In ihrer Satzung verpflichtet die DGEpi sich und ihre Mitglieder zur Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Gruppeninteressen sowie für Qualität, Freiheit und Wahrhaftigkeit in der Wissenschaft einzutreten.

Die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie unterstützt den von Transparency International, Mezis und NeurologyFirst veröffentlichten Appell zum Umgang mit Interessenskonflikten bei der Erstellung von Leitlinien.

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