Nachrichten

„Patient ohne Verfügung“ von Matthias Thöns: über die Verirrungen der Medizin am Lebensende

(28.02.2017) Innerhalb weniger Monate ist „Patient ohne Verfügung“ zum Bestseller geworden. Wahrscheinlich hat noch niemand die Vergehen der Medizin an Sterbenden so wissend und treffend beschrieben wie der Palliativmediziner Matthias Thöns aus Witten. Egal ob es um belastende Chemotherapie im Endstadium einer Krebserkrankung, Herzdruckmassage im Sterbebett oder künstliche Ernährung bis zum letzten Atemzug geht: der Medizinbetrieb neigt gerade am Lebensende zur belastenden Übertherapie.

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KoMS-Studie: MS-Betroffene bewerten die Qualität ihrer Therapieplanung häufig schlecht

(03.01.2017) Besteht ein Zusammenhang zur massiven Einflussnahme der Pharmahersteller auf Neurologen?

Die mangelnde Qualität der Diagnoseübermittlung bei Multiple Sklerose (MS) wird seit vielen Jahren von Betroffenen berichtet. Seit 2014 widmet sich das Institut für Public Health und Pflegeforschung der Universität Bremen nun dem Thema. Hatte bereits die erste Masterarbeit des Fachbereichs von Sarah Voltmann 1 mittels qualitativer Interviews auf kommunikative Mängel hingewiesen, zeigt nun die von Laura Alexander und Carlotta Halbach unter der Leitung von Thomas Hehlmann durchgeführte KoMS-Studie „Arzt-Patienten-Kommunikation: Diagnoseübermittlung und Therapieplanung bei Multipler Sklerose aus Patientensicht“ 2 beträchtliche Defizite in der Kommunikation bei der Diagnoseübermittlung und Therapieplanung von MS sowie die weite Verbreitung der dort beschriebenen Missstände auf.

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NeurologyFirst beim DGN-Kongress 2016

(10.10.2016) Die Vorträge als PDF:

Prof.  Thomas Lempert,
NeurologyFirst und Leitlinienwatch.de 2016

PD Michael von Brevern,
Dünnes Eis: Evidenz in der Therapie von Schwindelsyndromen

Prof. Christoph Heesen,
Wie gut sind die Immuntherapiestudien bei Multipler Sklerose?
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Selbsthilfebewegung auf Unabhängigkeitskurs

(30.09.2016) „Bestechend unbestechlich“, so heißt die aktuelle Kampagne der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle der Selbsthilfegruppen (NAKOS). Der Untertitel erklärt, worum es geht: Beeinflussung erkennen, Interessenkonflikte vermeiden, Unabhängigkeit bewahren.

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Der europäische Sunshine-Act: Zahlungen der Pharmaindustrie an Ärzte offengelegt

(08.07.2016) Seit dem 30.6.2016 ist der europäische Sunshine-Act am Netz, also die Offenlegung der finanziellen Zuwendungen der Pharmabranche an einzelne Ärzte, zunächst für das Jahr 2015. Im Unterschied zum amerikanischen Vorbild gibt es jedoch keine zentrale Datenbank, sondern einzelne Dateien für jedes der insgesamt 40 Mitglieder des Europäischen Pharmaverbands EFPIA. Anders auch als in den USA musste jeder Arzt und jede Ärztin der Veröffentlichung zustimmen.

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Neu auf dem Buchmarkt: Fahmy Aboulenein’s „Die Pharma-Falle“

(14.06.2016)  

Was gibt es nach Ben Goldacre’s „Die Pharmalüge“ und Peter Gøtzsches „Tödliche Medizin und organisiertes Kriminalität“ über die manipulativen Praktiken der Pharmaindustrie noch zu enthüllen? Vielleicht die Banalität der alltäglichen Korruption im Medizinbetrieb, die Selbstverständlichkeit, mit der Pharmavertreter in Kliniken ein und aus gehen und die Biegsamkeit von angesehenen Ärzten und Wissenschaftlern, die Beraterverträge mit der Industrie unterhalten und sich in Hochglanzbroschüren Marketingsprüche unterschieben lassen.

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Euros für Ärzte

(18.04.2016)  

Gibt ein Arzt Auskunft über die Behandlung eines Patienten, wird ihm der Aufwand mit 21,- € honoriert. Zumindest wenn ein Sozialgericht der Auftraggeber ist. Für einen ähnlichen Aufwand von 10 bis 20 Minuten zahlt ihm die Pharmaindustrie gleich mehrere hundert Euro. Voraussetzung ist die Teilnahme an einer „Anwendungsbeobachtung“. Was vom Arzneimittelgesetz als sinnvolle Forschung mit zugelassenen Arzneimitteln gedacht ist, wird in der Praxis als Marketinginstrument missbraucht.

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Gesponserte Ärzte verordnen häufiger teure Medikamente

(29.03.2016)  

Je mehr Geld Ärzte von der Pharmaindustrie erhalten, desto häufiger verschreiben sie teure Originalpräparate statt preiswerter Generika. Diesen Zusammenhang zeigt eine neue US-amerikanische Studie, die Verordnungsdaten von über 150.000 Ärzten im Jahr 2014 mit Informationen über Zuwendungen von der Industrie zusammenführt. Es wurden 5 Fachgruppen analysiert: Hausärzte, Allgemein-Internisten, Kardiologen, Psychiater und Ophthalmologen.

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Ärztebeeinflussung durch Anwendungsbeobachtungen – Antikorruptionsgesetz auf Eis

(14.03.2016) Der Rechercheverbund von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR macht auf die korruptiven Effekte von Anwendungsbeobachtungen aufmerksam. Mit Hilfe des Presserechts konnten die Journalisten Zugang zu den Behördendaten über Anwendungsbeobachtungen von 2009 bis 2014 erlangen.1 Jährlich zahlen Pharmafirmen (und damit die Versicherten) 100 Millionen Euro an Ärzte, damit diese Daten zum Einsatz bestimmter Medikamente liefern. Durchschnittlich werden pro Patient 660,- Euro gezahlt.

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Deutsche Gesellschaft für Neurologie sucht Koordinatoren für Leitlinien

(15.02.2016)  

Klinische Behandlungsleitlinien werden ehrenamtlich erstellt. Das erfordert einerseits einen erheblichen Zeitaufwand, andrerseits locken ein spannender Teamprozess und neue Erkenntnisse für alle Beteiligten. Die DGN hat nun die Koordination mehrerer Leitlinien auf ihrer Website ausgeschrieben, u.a. zu den Themen Insomnie, neuropathische Schmerzen und Narkolepsie.1 Im Ausschreibungstext weist die DGN auf den adäquaten Umgang mit Interessenkonflikten nach den Vorgaben der AWMF und den Handlungsrichtlinien der DGN hin. NeurologyFirst begrüßt diese Initiative und ruft seine Unterstützer zur Mitarbeit auf.

  1. http://www.dgn.org/leitlinien/3171-ausschreibung-koordinatoren-fuer-dgn-leitlinien

Buchtipp: „Berufsethos kontra Ökonomie“ von Johannes Jörg

(15.01.2016) Johannes Jörg, Urgestein unserer Initiative NeurologyFirst, war Chefarzt und Ordinarius für Neurologie und ist seit 2011 Vorsitzender des Ethikkomitees der Kliniken Wuppertal. Mit seinem aktuellen Buch „Berufsethos kontra Ökonomie“ warnt er vor den Gefährdungen der ärztlichen Professionalität durch die Ökonomisierung und Fehlanreize im Gesundheitswesen.

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ZIMS: Endlich eine MS-Zeitschrift ohne Pharmaglasur 

(22.12.2015)  

Gerade gestartet und zudem kostenlos: ZIMS, die MS-Zeitschrift der Trierer Aktionsgruppe Multiple Sklerose. Diese Selbsthilfegruppe verzichtet bewusst auf die Unterstützung durch die Arzneimittelindustrie und betreibt seit Jahren eine frequentierte Website ( http://tag-trier.de ). Und so unabhängig kommt auch ZIMS daher: als wohltuender Kontrast zu den pharmagesponserten Hochglanzbroschüren, auf die MS-Patienten unweigerlich stoßen, wenn Sie Krankenhäuser und Arztpraxen betreten.

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