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Kommentare zum Appell an die medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland zum Umgang mit Interessenkonflikten

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  • Dr. Stephan Heinrich Nolte, Marburg (10.06.2015)

    ich finde die Initiative klasse, störe mich allerdings am Titel „Neurology first“. Denn es soll nicht um die (akademischen) Interessen des Fachgebietes Neurologie gehen, sondern „Patient First“. Leider sind m.E: die Partikularinteressen der einzelnen Fächer in ihren historischen Dimensionen ein echtes Hindernis für eine patientenorientierte Medizin.
    Ich hatte deshalb von einem Jahr an den Vorstand unseres Berufsverbandes, des BVKJ (Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte) versucht, einen ähnlichen Anlauf, mit dem Namen: „Zuerst das Kind“ zu starten. Leider wurde der Vorschlag im Rahmen des Verbandes abgeschmettert; ich müßte es außerhalb des Verbandes nochmal versuchen, was ich bislang nicht gemacht habe. Auch der BVKJ und die DGKJ (Deutsche Gesellschaft für Kinderheilkunde) sind total pharmaabhängig und wollen es auch bleiben. Rühmliche Ausnahme ist vielleicht die DEGAM.

  • M.E. Kornhuber (31.05.2015)

    Ein starker Einfluss erfolgt m.E. über Drittmittel, ohne die Forschung kaum möglich ist. Solche Drittmittel sind oft einzelnen Personen zugeordnet, wobei sich der Einfluss evtl. auf die ganze Arbeitsgruppe auswirkt. Es wird evtl. nicht immer leicht sein, derartig verdeckte Einflüsse zu berücksichtigen.

  • d.Claus, Darmstadt (31.05.2015)

    Ich untertütze den Aufruf und weise darauf hin, dass die DGKN bereits einen Kodex für die Jahrestagungen erstellt hat.

  • Verein Demokratischer Pharmazeutinnen und Pharmazeuten (21.05.2015)

    Der VdPP unterstützt den Appell von MEZIS für mehr Unabhängigkeit und Transparenz bei der Erstellung von Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften.

    Es ist unbestritten, dass Interessenkonflikte das Handeln beeinflussen – ob es dem Akteur bewusst ist oder nicht. Vor diesem Hintergrund ist die Unabhängigkeit der Leitlinien-Autorinnen und –Autoren entscheidend. Es ist nicht ausreichend, Interessenskonflikte durch die Autorinnen und Autoren selbst angeben zu lassen, sondern sie müssen auch auf Vollständigkeit überprüft werden und Konsequenzen haben, die bis zum Ausschluss aus der Autorengruppe reichen können. Letztlich brauchen wir ein neues Verständnis des Verhältnisses zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, die auch zu neuen Modellen der Forschungsfinanzierung, der Patentierung und Zulassung von Arzneimitteln führen muss.

  • Dr. Gottlieb, Berlin (20.05.2015)

    Man kann nur hoffen, dass solche Appelle und Aktionen uns Ärzte zu einer Einheit für ein Ziel zusammenfügt: das wissenschaftliche, verantwortungsbewusste Handeln in der Medizin. Wir Ärzte verkommen sonst zu Vertretern der Pharma- und Implantateindustrie!

  • Niklas Schurig, Rastatt (16.05.2015)

    Ermutigend: Unser Appell wurde bereits beim aktuellen Ärztetag vorgestellt:
    „Der Entschließungsantrag von Prof. Dr. Dr. Wulf Dietrich (Drucksache VI-25) wird zur weiteren Beratung an den Vorstand der Bundesärztekammer überwiesen: Der 118. Deutsche Ärztetag 2015 unterstützt und unterschreibt den Appell an die medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland zum Umgang mit Interessenkonflikten bei der Erarbeitung von Leitlinien, der von Transparency International und MEZIS gestartet wurde. Er bittet den Vorstand der Bundesärztekammer, in Kontakt mit der
    Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zu treten, um eine weite Verbreitung und Umsetzung dieses Appells in den medizinischen Fachgesellschaf ten zu erreichen. Der Appell lautet: […]“

    Link zum Antrag im Beschlussprotokoll:
    http://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ordner/118._DAET/118DAETBeschlussprotokoll20150515.pdf
    (S. 302 ff).

  • Dr. Manfred Lotze, Hamburg (14.05.2015)

    Der Einfluss der Industrie ist krakenförmig. Einer der stärksten Krakenarme zeigt sich im Streben nach der Kontrolle der Gesundheitsdaten mittels der elektronischen Gesundheitskarte und der Telematik-Infrastruktur. Wir müssen die Zusammenhänge der Kommerzialisierung des Gesundheitswesens im Auge haben.
    Manfred Lotze. 14.5.15

  • Simone Schulz, Berlin (13.05.2015)

    Die Eigendarstellung von Interessenskonflikten wird ad absurdum geführt. Jüngste Beispiele beim DGIM-Kongress in Mannheim: Listen mit Pharma-Firmen werden 1/10 Sekunde eingeblendet, dazu eine kurze, spöttische oder hämische Bemerkung: Auf diese Art von „kritischer Selbsteinschätzung“ kann man verzichten. Verpflichtung zur Offenlegung der Beraterhonorare, alles andere ist leider Augenwischerei!

  • Enrico Völzke (12.05.2015)

    C) Der Interessenkonflikt wird verharmlost und scheinbar in die Welt der Möglichkeiten verlegt, indem man „potenzieller“ davor setzt. Jedoch bestehen Interessenkonflikte bereits durch das Nebeneinander von sekundären und primären Interessen. Eine Beratertätigkeit für ein Unternehmen des Medikaments, das in der Leitlinie bewertet werden soll, ist ein Interessenkonflikt.

  • B. Hogl, Freiburg (12.05.2015)

    Hinzu kommt:
    Bestimmte Personen, die für die Gestaltung der COI-Fragebögen etc. verantwortlich sind,

    A) bagatellisieren bereits durch den Begriff Interessen“konflikte“ die Tatsache, dass es Ärzte gibt, die gar keinen ethischen Konflikt haben, da ihre Interessen ohnehin rein wirtschaftlich orientiert sind;

    B) formulieren die Fragen nach Interessen“konflikten“ so, dass bestimmte Leitlinien-Autoren viele ihrer Kooperationspartner aus Medizinprodukte-Industrie und Versicherungswirtschaft, deren wirtschaftliche Interessen in die Leitlinien-Kreationen einfließen, gar nicht benennen müssen – ohne eindeutig zu lügen.

  • Süßmeyer, Kaufbeuren (12.05.2015)

    Bin heute aktuell wieder massiv unter Druck gesetzt worden, ein NOAK anstatt Marcumar zu verordnen. Die Krankenhäuser haben im Gegensatz zur ambulanten Medizin keinerlei Hemmnisse innovativ und riskant zu verordnen, koste was es wolle, weil sie Patienten nur 5 Tage lang betreuen. Lapidar wird auf die neueste Leitlinie hingewiesen, als sei diese mit der Gesetzgebung gleichzusetzen. Es wird Zeit auch hier den Hebel anzusetzen.

  • Niklas Schurig, Rastatt (11.05.2015)

    Der hessische Rundfunk hat diesen Appell bereits aufgegriffen und in einem informativen 5-Minuten-Beitrag am 10. Mai im Magazin „Defacto“ ausgestrahlt.
    Anzusehen in der Mediathek:

    http://www.ardmediathek.de/goto/tv/28247678

  • Eggers, Leipzig (10.05.2015)

    Eigentlich traurig, dass solche Appelle nötig sind, wo es sich doch um eine Selbstverständlichkeit handelt.

  • Cordelia Krajewski, Berlin (09.05.2015)

    who else can you trust?!

  • Hans-D.Lehmkuhl (08.05.2015)

    Interessenkonflikt unabhängige Leitlinien sind eine unverzichtbare Voraussetzung für gute Patientenbehandlung und die Integrität wissenschaftlicher Fachgesellschaften.

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